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Basel, 1925. Adolf Hollinger fährt mit dem Motorrad von Bäckerei zu Bäckerei. Im Gepäck: Fruchtessenzen und giftfreie Farben – Produkte, die er selbst entwickelt und die es in dieser Qualität und Ausrichtung auf dem Markt noch nicht gibt. Bäckereien, Konditoreien und Restaurants werden seine Kunden. Die Farben lassen sich in Cremen, Teige und Dekorationen einarbeiten, die Aromen geben Vanillecreme und Fruchttorten den Geschmack, den selbstgemachte Zubereitungen ohne Konzentrate kaum erreichen. Was als Ein-Mann-Betrieb auf zwei Rädern beginnt, wächst über Jahrzehnte zu einem anerkannten Schweizer Hersteller für Lebensmittelfarben und Backzutat-Aromen – mit einer Stammkundschaft, die die Marke nicht wechselt, weil es keinen Grund dazu gibt. 2019 schliesst William Hollinger, Sohn des Gründers, die eigenständige Produktion. Die Marke, die Rezepturen und sogar die grosse Farbmühle gehen an die Günter Aroma AG in Beinwil am See – ein Schweizer Familienunternehmen, 1997 als Aromenhersteller gegründet, heute Produzent der Marken Hollinger, Plusaroma und Sodadrops. Die Qualität der Farben und Aromen bleibt dieselbe. Die Rezepturen, an denen Adolf und William Hollinger jahrzehntelang gefeilt haben, sind nicht verschwunden – sie werden weitergeführt. Bei miniSchoggi sind Hollinger-Produkte erhältlich.
Der Mann, der die Geschichte von Hollinger begann, hatte kein Büro, keinen Aussendienstmitarbeiter und kein Marketingbudget. Adolf Hollinger hatte ein Motorrad und ein Produkt, von dem er überzeugt war. Ab 1925 fuhr er durch Basel und Umgebung, klopfte an die Hintertüren von Bäckereien und Konditoreien und stellte seine Fruchtessenzen und giftfreien Lebensmittelfarben vor. Der Begriff «giftfrei» war zu dieser Zeit keine Selbstverständlichkeit – er war ein Versprechen. Synthetische Farbstoffe der damaligen Zeit waren nicht immer auf Unbedenklichkeit geprüft, und die Tatsache, dass Hollingers Farben explizit für den Einsatz in essbaren Produkten entwickelt wurden, war ein konkreter Wettbewerbsvorteil.
Was Hollinger durch seine Besuche gewann, war mehr als ein Kundenstamm: Er erwarb ein tiefes Verständnis des Backhandwerks. Er wusste, welche Aromen in welchen Mengen für welche Anwendungen funktionierten. Er kannte die saisonalen Anforderungen der Konditoreien. Er wusste, wann eine Bäckerei einen neuen Geschmack ausprobieren wollte und wann sie zuverlässige Mengen der bewährten Standards brauchte. Dieses Wissen floss direkt in die Produktentwicklung zurück. Hollinger entwickelte nicht im Labor, was er dann dem Markt anzubieten versuchte – er entwickelte das, was der Markt brauchte, weil er den Markt persönlich kannte.
Für einige Jahre versuchte Hollinger, dieses Fundament um einen weiteren Bereich zu erweitern: Emaille-Produkte. Schüsseln, Formen, Arbeitsflächen, Haushaltsgeräte – Emaille war ein vielseitiges Material, das damals in Küchen und Haushalten weit verbreitet war. Die Fabrik, die ausserhalb des Wohngebiets gegründet wurde, produzierte Artikel für den Alltag. Doch der Markt veränderte sich schneller als die Strategie: Plastik und Chromstahl verdrängten Emaille aus dem Massenmarkt. Hollinger erkannte die Zeichen rechtzeitig und kehrte zu dem zurück, was ihn gross gemacht hatte – den Aromen und Farben, deren Qualität und Bekanntheit in der Branche ungebrochen war.
Im Alltag einer grossen Bäckerei oder Konditorei werden Aromen und Farben in Mengen verbraucht, die man sich als Privatperson kaum vorstellt. Vanille in einer Grossbäckerei bedeutet nicht einen kleinen Flakon – es bedeutet Liter, in der Hochsaison Dutzende davon. Kumuliert über eine ganze Branche und über eine ganze Saison konnten es mehrere Tonnen sein, die Hollinger in einem einzigen Monat auslieferte. Das Sortiment deckte die Standards der Branche ab – Vanille, Erdbeere, Himbeere – und ging darüber hinaus: Saisonspezifische Aromen wie Panettone oder Zimt, die nur in bestimmten Monaten gefragt waren, wurden ebenso geführt wie Spezialanfertigungen nach Mass für einzelne Kunden, die ein unverwechselbares Geschmacksprofil für ihre Produkte suchten.
Die Logistik dieser Zeit war robust und kreisförmig: Aromen wurden in grosse Glasflaschen abgefüllt, zu den Bäckereien geliefert, und wenn der Inhalt aufgebraucht war, kamen die Flaschen zurück und wurden neu befüllt. Ein System, das in manchem vorausgriff, was heute als nachhaltige Verpackungslogik diskutiert wird. Vor allem aber spiegelte es die Art der Geschäftsbeziehung wider: keine anonymen Transaktionen, sondern eine regelmässige, persönliche Verbindung zwischen Hersteller und Kunden, die über das reine Produktgeschäft hinausging.
Heute werden andere Mengen benötigt. Die Nachfrage hat sich verändert – nicht weil die Qualität schlechter geworden wäre, sondern weil Hollinger-Produkte dank dieser Qualität auch ausserhalb des professionellen Handwerks bekannt wurden. Hobbybäckerinnen, Cake Designerinnen, Menschen, die zuhause auf Profiniveau backen wollen, sind heute ein wichtiger Teil der Kundschaft. Die Glasflaschen sind praktischen Kunststoffflaschen gewichen. Das Wesentliche ist geblieben.
Als William Hollinger, der Sohn des Gründers, die Unternehmensführung übernahm, verlagerte sich ein Schwerpunkt: Die Produktion und der Vertrieb von flüssigen Lebensmittelfarbstoffen wurden systematisch ausgebaut und professionalisiert. Die Farben wurden in demselben Büro entwickelt und gemischt, in dem schon Adolf gearbeitet hatte – eine räumliche Kontinuität, die auch eine inhaltliche war. Mit einer grossen Farbmühle wurden die Inhaltsstoffe präzise vermahlen und kombiniert. Dieser Schritt ist produktionstechnisch entscheidend: Die Feinheit der Pigmentpartikel beeinflusst direkt, wie gleichmässig sich eine Farbe in einer Masse verteilt, wie intensiv der Farbton ausfällt und wie stabil er unter Hitze und Licht bleibt. Eine schlecht gemahlene Farbe erzeugt ungleichmässige Töne, Schlieren und einen Farbabfall beim Backen. Hollinger-Farben tun das nicht – und das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis eines Herstellungsprozesses, der auf Präzision ausgelegt war.
Flüssige Lebensmittelfarben unterscheiden sich von Pastenfarben oder Pulverfarben in ihren Anwendungseigenschaften grundlegend. Sie lösen sich schnell auf, lassen sich gut dosieren und eignen sich besonders für Massen mit bereits hohem Feuchtigkeitsanteil – Mirror Glaze, Eiweissspritzglasuren, Glasuren auf Wasserbasis. Für die Arbeit mit Airbrush sind sie ideal: Die flüssige Konsistenz ermöglicht eine gleichmässige Vernebelung durch die Airbrushpistole, ohne Düsen zu verstopfen oder ungleichmässige Aufträge zu erzeugen. Wer schon einmal mit zu dickflüssigen Farben geairbrusht hat, weiss, wovon die Rede ist: verstopfte Düsen, tropfende Verläufe, ein Farbauftrag, der mehr Frust als Ergebnis bringt. Mit Hollinger-Flüssigfarben ist das kein Thema. Von der Verwendung in Fondant, Marzipan oder Buttercreme wird hingegen abgeraten – die Feuchtigkeit der Flüssigfarbe verändert die Konsistenz dieser Massen auf eine Weise, die die Verarbeitbarkeit beeinträchtigt. Für diese Anwendungen sind Pastenfarben oder Pulverfarben die bessere Wahl.
2019 schliesst William Hollinger die eigenständige Produktion. Es ist keine Entscheidung gegen die Marke – es ist eine Entscheidung für ihre Weiterführung unter neuen Voraussetzungen. Die Rezepturen, die Markenrechte und Teile der Produktionsausrüstung – darunter die charakteristische Farbmühle, die jahrzehntelang im Einsatz war – werden an die Günter Aroma AG in Beinwil am See übertragen. Dieser Übergang ist kein blosser Eigentumsübergang: Die Farbmühle mitzugeben bedeutet, dass die Art und Weise der Produktion – der physische Prozess, der die Qualität der Farben mitbestimmt – weitergeführt wird. Rezeptur und Prozess bleiben zusammen.
Günter Aroma AG ist zu diesem Zeitpunkt bereits ein etabliertes Schweizer Familienunternehmen mit klarem Fokus. 1997 als Aromenhersteller gegründet, hat das Unternehmen in den Folgejahren seine Kompetenz in der Entwicklung und Produktion von Lebensmittelaromen, Farbstoffen und Spezialzutaten für die Lebensmittelindustrie kontinuierlich ausgebaut. Der Schwerpunkt liegt – wie das Unternehmen selbst formuliert – auf präziser, flexibler und innovativer Produktentwicklung, auf dem Berücksichtigen europäischer Trends und regionaler Verbraucherpräferenzen und auf einem Service, der von der Produktidee über die Applikationsrezeptur bis zur Deklaration des Endprodukts reicht.
2021 bezieht Günter Aroma AG ein neu gebautes Hauptgebäude an der Reinacherstrasse 21 in Beinwil am See. Die konfektionierten Aromen und Farbstoffe – darunter die Hollinger-Linie – werden in Gebäude 19 produziert, die industriellen Produktionen im Neubau. Heute produziert das Unternehmen unter anderem die Marken Hollinger, Plusaroma und Sodadrops. Was die Übernahme für Hollinger bedeutet: eine gesicherte Produktionsbasis, moderne Infrastruktur und das Know-how eines Unternehmens, das täglich in der Welt der Lebensmittelfarben und Aromen arbeitet – kombiniert mit Rezepturen, die in der Schweizer Profibackbranche seit fast einem Jahrhundert Bestand haben.
Hollinger-Lebensmittelfarben gibt es in zwei Formen: als flüssige Farben und als wasserlösliche Farbpulver. Flüssige Farben in einem breiten Farbspektrum – Blau, Erdbeerrot, Pistaziengrün, Dunkelgrün, Himbeerrot, Echtgelb und viele weitere – ermöglichen präzise Dosierung und schnelle Integration in flüssige oder halbflüssige Massen. Besonders bewährt für Mirror Glaze, Eiweissspritzglasuren und Airbrush-Anwendungen. Wasserlösliche Farbpulver ermöglichen intensivere Farbtöne, wo wenig zusätzliche Feuchtigkeit in die Masse eingebracht werden soll – sie lösen sich in geringen Mengen Wasser auf und können dann gezielt dosiert werden. Aromen in klassischen und saisonalen Varianten ergänzen das Sortiment – für Gebäcke, Glacen, Cremen und Getränke, vom Standard bis zur Spezialität.
Flüssige Lebensmittelfarben · Wasserlösliche Farbpulver · Backzutat-Aromen
Farbe ist in der Tortendekoration kein Stilmittel unter vielen – sie ist oft das erste, was auffällt, und das letzte, was vergessen wird. Eine leuchtend rote Mirror Glaze, ein kräftiges Kobaltblau im Airbrushmotiv, ein sattes Dunkelgrün auf einem Fondant-Aufleger: Das gelingt nur, wenn die Farbe selbst hält, was sie verspricht. Nicht blass im Ton. Nicht ungleichmässig in der Verteilung. Nicht instabil unter Hitze oder Licht. Hollinger-Farben tun das. Nicht weil es eine Marketingaussage ist, sondern weil die Rezepturen seit 1925 für den professionellen Einsatz entwickelt und in Schweizer Backstuben täglich eingesetzt wurden. Eine Marke, die fast hundert Jahre im Profieinsatz überlebt, tut das nicht durch Zufall.
miniSchoggi führt Hollinger-Lebensmittelfarben, weil sie für Kunden gemacht sind, die wissen, was sie wollen – einen kräftigen, gleichmässigen Farbton, der sich präzise dosieren lässt, im Airbrush-Betrieb problemlos fliesst und im Endprodukt stabil bleibt. Ob für Airbrushing auf Fondant, für Mirror Glaze, für Eiweissspritzglasuren oder für andere Anwendungen wo Flüssigfarbe sinnvoll ist: Hollinger ist die Wahl, wenn Kompromisse keine Option sind. Für Anwendungen wie Fondant, Marzipan oder Buttercreme, wo Pastenfarben oder Pulverfarben besser geeignet sind, führt miniSchoggi ergänzende Produkte – weil gute Beratung zur Marke gehört.
Seit 1925. Aus Basel, heute in Beinwil am See. Hollinger – Lebensmittelfarben für alle, die Farbe ernst nehmen.