Truffes selber machen — weiss, Milch und dunkel

Cremige Ganache, knackiger Überzug — und die typischen Zacken
Menge63 Truffes à Ø 26 mm (pro Sorte)
Aktive Zeitca. 60 Min.
Gesamtzeitca. 2 Std. 30 Min. (inkl. 20 Min. Abkühlen und 1 Std. Ruhen)
milchhaltigkann Soja enthaltenkann Spuren von Nüssen enthalten
Ein Truffes ist die ehrlichste Praline, die es gibt: eine Kugel, eine Füllung, ein Überzug. Nichts davon lässt sich verstecken. Genau deshalb lohnt es sich, ihn einmal selber zu machen — und genau deshalb steht in diesem Rezept mehr, als in einer Zutatenliste Platz hätte.
Der Aufbau ist immer derselbe. Rahm, Glukose und Sorbit werden aufgekocht und über die Couverture gegossen: das gibt eine Ganache, die cremig bleibt und nicht nach zwei Tagen bröselt. Die Ganache kommt in eine fertige Hohlkugel, die Kugel wird verschlossen, in temperierte Couverture getunkt und über ein Gitter gerollt. Beim Rollen entstehen die kleinen Spitzen, an denen man einen Truffes von Weitem erkennt.
Drei Sorten, ein Ablauf: weiss, Milch und dunkel unterscheiden sich nur in der Couverture und beim Dunklen in etwas mehr Rahm — dunkle Couverture ist fester und braucht mehr Flüssigkeit, damit die Ganache gleich weich wird.
Der einzige Punkt, an dem es wirklich schiefgehen kann, ist das Temperieren. Nicht temperierte Schokolade wird grau, weich und bekommt keine Zacken. Wie es geht, steht Schritt für Schritt in unserem Beitrag Couverture, Kuvertüre und Schokolade richtig temperieren — lies ihn einmal durch, bevor Du anfängst. Danach ist der Rest Handarbeit, und die lernt man an der zweiten Kugel.
Ein Rezept ergibt 63 Truffes. Das klingt nach viel und ist es auch — aber Truffes halten vier Wochen, und niemand hat sich je über eine geschenkte Dose beschwert.



Zutaten
Menge:
WEISSE TRUFFES (63 STÜCK)
160 gVollrahm, flüssig
20 gGlukose
10 gSorbit
63 Stk.Hohlkugeln Weiss Ø 26 mm
MILCH-TRUFFES (63 STÜCK)
160 gVollrahm, flüssig
20 gGlukose
10 gSorbit
63 Stk.Hohlkugeln Milch Ø 26 mm
DUNKLE TRUFFES (63 STÜCK)
190 gVollrahm, flüssig
20 gGlukose
10 gSorbit
63 Stk.Hohlkugeln Dunkel Ø 26 mm
Schritt für Schritt
Wenn Du es eilig hast: die kompakte Rezeptkarte weiter unten fasst alles zusammen.
Die Ganache
1
Rahm mit Glukose und Sorbit aufkochen. Über die Couverture giessen und glatt rühren
Wiege den Vollrahm ab, gib die Glukose und das Sorbit dazu und bring alles in einer kleinen Pfanne einmal auf. Rühre dabei mit dem Schwingbesen, damit sich die Glukose vom Pfannenboden löst — sie ist zäh und setzt sich sonst unten ab.
Sobald der Rahm aufkocht, nimm die Pfanne vom Herd. Länger kochen bringt nichts und verdampft nur Flüssigkeit, die Du in der Ganache brauchst.
Gib die Couverture in eine Schüssel und giesse den heissen Rahm darüber. Warte einen Moment, bevor Du rührst — die Schokolade soll erst von der Hitze weich werden.
Rühre dann mit dem Schwingbesen von der Mitte nach aussen. Am Anfang sieht die Masse geronnen und unschön aus, das ist normal: Rühre einfach weiter, bis sie plötzlich umschlägt und glänzend, glatt und homogen wird. Genau dann ist die Ganache fertig — keine Stückchen mehr, kein Fettrand.


2
In den Spritzbeutel abfüllen und auf 26 °C abkühlen
Fülle die fertige Ganache in einen Spritzbeutel und lass sie rund 20 Minuten bei Raumtemperatur abkühlen. Die Zieltemperatur ist etwa 26 °C — handwarm, nicht mehr.
Warum das wichtig ist: Zu heiss schmilzt die Ganache die Hohlkugel von innen an, und beim Verschliessen bekommst Du Löcher. Zu kalt lässt sie sich nicht mehr durch die Öffnung spritzen. Wer es genau wissen will, misst nach; sonst reicht der Handrücken — die Ganache soll sich lauwarm anfühlen, nicht warm.
Stell den Spritzbeutel in der Zwischenzeit aufrecht in ein hohes Glas, dann läuft nichts aus.

Füllen und verschliessen
1
Die Hohlkugeln füllen — bis kurz unter den Rand
Stell die Hohlkugeln in ihre Einlage, so wie sie geliefert werden: darin stehen sie gerade und kippen nicht um. Schneide den Spritzbeutel klein an — lieber zu klein und nachschneiden als zu gross.
Fülle jede Kugel bis kurz unter den Rand, nicht randvoll. Der kleine Hohlraum oben ist Absicht: dort kommt gleich die Verschluss-Schokolade hinein, und wenn die Ganache bis oben steht, hast Du nachher einen Buckel statt einer runden Kugel.
Arbeite zügig, aber ohne Hast. 63 Kugeln sind schneller gefüllt, als man denkt.



Das brauchst Du dafür
2
Eine Stunde stehen lassen — die Haut ist der Trick
Lass die gefüllten Kugeln mindestens eine Stunde bei Raumtemperatur stehen. In dieser Zeit bildet sich auf der Ganache eine dünne Haut.
Das ist kein Wartespiel, sondern der eigentliche Trick an diesem Schritt: Auf eine feste Oberfläche lässt sich die Verschluss-Schokolade sauber aufsetzen. Verschliesst Du zu früh, sinkt sie in die weiche Ganache ein und die Kugel bekommt eine Delle — oder sie läuft beim Tunken aus.
Nicht in den Kühlschrank stellen. Dort bildet sich Kondenswasser, und Wasser ist das Einzige, was temperierte Schokolade wirklich ruiniert.


3
Mit temperierter Couverture verschliessen
Jetzt brauchst Du zum ersten Mal temperierte Couverture. Nimm dieselbe Sorte wie für die Ganache und temperiere sie — im Temperiergerät oder von Hand, wie es im Temperier-Beitrag beschrieben ist.
Setz einen kleinen Tupfer auf jede Öffnung, gerade so viel, dass das Loch zu ist. Streich den Überschuss mit einer Palette oder dem Rücken eines Messers glatt, solange die Schokolade noch flüssig ist.
Lass die Verschlüsse kurz anziehen, bevor Du weitermachst — sie sollen matt werden und sich fest anfühlen. Das dauert wenige Minuten.
Tunken und Zacken
1
Die Kugel in temperierte Couverture tunken
Leg die Kugel auf die runde Trempiergabel und drücke sie einmal komplett unter die Oberfläche der temperierten Couverture. Ganz untertauchen — sonst bleibt an einer Stelle die nackte Hohlkugel sichtbar, und die sieht man später.
Die Couverture soll dabei rund 31 bis 32 °C haben (dunkel), 30 bis 31 °C (Milch) oder 28 bis 29 °C (weiss). Ist sie wärmer, wird der Überzug dick und matt; ist sie kühler, zieht sie zu schnell an und Du bekommst keine Zacken mehr.



Das brauchst Du dafür
2
Herausheben und abtropfen lassen
Geh mit der Gabel unter die Kugel und heb sie heraus. Klopfe die Gabel ein paar Mal leicht über dem Beckenrand auf und ab, damit die überschüssige Couverture abtropft. Streich die Unterseite der Gabel am Rand ab.
Das ist der Schritt, den man gern abkürzt — und dann steht jeder Truffes später in einem kleinen Schokoladenfuss. Zwei Sekunden mehr Abtropfen sparen später zehn Sekunden Nacharbeit.
Setz danach höchstens vier bis fünf Truffes auf das Gitter ab, bevor Du weitermachst. Mehr schaffst Du nicht, bevor die Ersten zu fest werden.


Das brauchst Du dafür
3
Der Zacken-Test — der wichtigste Moment
Jetzt entscheidet sich, ob die Truffes ihre Zacken bekommen. Tippe mit der Zacke einer Trempiergabel ganz leicht auf die äusserste Schokoladenschicht und zieh sie langsam nach oben weg.
Bildet sich eine kleine Spitze und bleibt sie stehen, ist die Couverture genau richtig angezogen — leg los. Läuft die Spitze wieder in sich zusammen, warte zehn Sekunden und probier es nochmal. Bleibt gar nichts an der Gabel hängen, ist es schon zu spät: dann ist die Schokolade fest und die Oberfläche bleibt glatt.
Dieses Zeitfenster ist kurz, etwa eine halbe Minute. Deshalb immer nur vier bis fünf Kugeln auf einmal.


4
Über das Gitter rollen — mit zwei Gabeln
Nimm zwei 3-zackige Trempiergabeln, eine in jede Hand, und roll den Truffes vorsichtig über das Gitter. Nicht drücken — der Truffes soll sich drehen, nicht schleifen.
Roll ihn in alle Richtungen, bis er rundum die klassischen Spitzen hat. Das Gitter zieht bei jeder Drehung feine Fäden aus der noch weichen Couverture, und genau die bleiben als Zacken stehen.
Wisch die Gabeln nach jeder dritten bis vierten Kugel mit Haushaltspapier ab. Verklebte Gabeln reissen die Zacken wieder weg, statt neue zu machen.



Das brauchst Du dafür
5
Absetzen und auskühlen lassen
Bist Du mit dem Muster zufrieden, setz den Truffes mit den zwei Gabeln auf ein Backpapier ab und lass ihn dort komplett auskühlen. Nicht mehr anfassen — Fingerabdrücke bleiben sichtbar.
Wenn alle Truffes überzogen sind, stell sie für rund fünf Minuten in den Kühlschrank. Das ist keine Lagerung, sondern nur der letzte Schub, damit der Überzug endgültig fest wird und schön glänzt. Danach kommen sie wieder heraus.


6
Fertig — und wie sie sich halten
Fertig. Die Truffes glänzen, die Zacken stehen, und beim Abbeissen knackt der Überzug, bevor die Ganache kommt.
Bewahre sie bei Raumtemperatur in einer geschlossenen Dose auf, dann halten sie bis zu vier Wochen. Nicht in den Kühlschrank: dort schwitzen sie beim Herausnehmen, und die Oberfläche wird grau und stumpf.
Für einen Kurs oder als Geschenk: 63 Stück füllen etwa drei mittlere Guetzlidosen.




Kompakt · zum Ausdrucken
Truffes
Zutaten
Menge:
WEISSE TRUFFES (63 STÜCK)
MILCH-TRUFFES (63 STÜCK)
DUNKLE TRUFFES (63 STÜCK)
Zubereitung
- Ganache: Rahm mit Glukose und Sorbit aufkochen, über die Couverture giessen, glatt rühren.
- Abkühlen: In den Spritzbeutel abfüllen, 20 Min. auf ca. 26 °C abkühlen lassen.
- Füllen: Hohlkugeln bis kurz unter den Rand füllen.
- Ruhen: 1 Std. bei Raumtemperatur — es bildet sich eine Haut.
- Verschliessen: Öffnung mit temperierter Couverture zutupfen, anziehen lassen.
- Tunken: Kugel mit der runden Gabel ganz untertauchen, abtropfen lassen.
- Zacken: Sobald die Couverture kurz vor dem Anziehen ist, mit zwei 3-zackigen Gabeln über das Gitter rollen.
- Fertig: Auf Backpapier absetzen, 5 Min. kühlen, bei Raumtemperatur lagern.
Nährwerte pro 100 g
505kcal
31.9 gFett
48.5 gKohlenhydrate
5.3 gEiweiss
Lagerung & Haltbarkeit
Die fertigen Truffes halten sich bis zu vier Wochen. Bewahre sie bei Raumtemperatur in einer geschlossenen Dose auf, am besten zwischen 15 und 18 °C. Nicht in den Kühlschrank: Beim Herausnehmen schlägt sich Feuchtigkeit auf der kalten Schokolade nieder, der Überzug wird grau und stumpf, und der Zucker zieht an die Oberfläche. Zum Verschenken füllst Du sie in Pralinenkapseln — dann bleiben die Zacken heil.
Alles für dieses Rezept
Aus unserer Backstube empfohlen — genau die Grössen, mit denen das Rezept getestet ist.
Zutaten
Zubehör
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Damit sie garantiert gelingt
Ohne temperierte Couverture keine Zacken
Das ist die eine Sache, an der dieses Rezept steht und fällt. Nicht temperierte Schokolade bleibt weich, wird grau und zieht nie so an, dass sich Spitzen bilden. Wenn Du zum ersten Mal Truffes machst, lies vorher den Temperier-Beitrag durch oder nimm ein Temperiergerät — das nimmt Dir die ganze Rechnerei ab.
Die ideale Raumtemperatur ist 18 bis 20 °C
In einer zu warmen Küche zieht die Couverture nicht an, und die Zacken fallen wieder in sich zusammen. In einer zu kalten wird sie zu schnell fest und die Oberfläche bleibt glatt. Wenn Dein Zimmer über 22 °C hat, arbeite in kleineren Portionen und stell die getunkten Truffes kurz an einen kühleren Ort, bevor Du rollst.
Immer nur vier bis fünf Kugeln auf einmal
Zwischen Tunken und Rollen liegt ein Zeitfenster von etwa einer halben Minute. Wer zehn Kugeln tunkt und dann zu rollen beginnt, findet die ersten fünf schon fest vor. Vier bis fünf sind die Menge, die man in diesem Fenster schafft — auch wenn es sich anfangs langsam anfühlt.
Häufige Fragen
Meistens ist die Kugel zu früh über das Gitter gerollt — die Couverture muss kurz vor dem Anziehen sein, sonst läuft jede Spitze wieder in sich zusammen. Die zweite häufige Ursache: die Couverture ist zu warm oder falsch temperiert. Und die dritte: die Küche ist zu warm. Ideal sind 18 bis 20 °C im Raum.
Gelingen tut die Ganache auch ohne. Der Unterschied zeigt sich nach ein paar Tagen: Glukose und Sorbit binden Wasser, dadurch bleibt die Füllung weich und wird nicht sandig. Ohne sie sind die Truffes nach etwa einer Woche hart statt cremig. Für Truffes, die verschenkt werden, würden wir sie nicht weglassen.
Ganache hält im Kühlschrank rund eine Woche. Du kannst sie auf Raumtemperatur bringen, aufschlagen und als Füllung für Guetzli nehmen — so entstehen zum Beispiel die Baumnuss-Kuss-Guetzli. Oder Du rollst sie von Hand zu Kugeln und wälzt sie in Kakaopulver: das sind die klassischen französischen Truffes, ganz ohne Hohlkugel.
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